Lassmahören 3 - Remscheid
„Lassmahören 3" – Punk- und Polka-Ereignis im Löf
Volles Haus im Löf, zwei bestens aufgelegte Bands, Riesenstimmung im Publikum – und 2739,50 Euro an Einnahmen aus dem Verkauf von 166 Eintrittskarten und dem Inhalt der herumgereichten Spendendosen. Über den Betrag darf sich das Remscheider Netzwerk „Kleine Helden" freuen. „Besser geht es glaube ich nicht, ich bin happy", befand Lionsfreund Guido Dasbach überrascht und erfreut am Morgen nach dem Ereignis. Er hatte die dritte Auflage von „Lassmahören" organisiert, jener Konzertreihe, die der Lions Club Remscheid mit Max Süss und seiner Eventlocation aufgelegt hat. Der Löf-Hausherr legte am Ende auch noch namhaft was drauf auf den Spendenertrag des Abends.
Die Bands spielten ohne Gage, Lionsfreund Dasbach sorgte aber wenigstens für Pizzataxi, Tankgutscheine und solche Sachen. „Zentralpunkt" aus Remscheid gab den Gäste mit herzhaftem Deutsch-Punk als Vorband mächtig was auf die Ohren, für deren Schutz am Eingang vorsorglich Stöpsel bereitstanden. Eine Stunde später dann „Humppa con Panhas", die Rock-Polka-Formation aus dem Ruhrgebiet, die schon vor gut einem Jahr bei „Lassmahören" im Löf für schieren Musikspaß gesorgt hatte. So auch diesmal: Respektlos und witzig, aber höchst gekonnt wird alles gecovert, umgetextet und in den Polka-Rhythmus gezwängt, was an Rock und Pop geläufig ist und den hochgepeitschten Zweivierteltakt aushält: hum-ppa-hum-ppa-hum-ppa... Man wundert sich ein ums andere Mal, was da möglich ist. So schien es auch dem Lions-Musikbeauftragten Kirschnereit im Publikum zu gehen, der schon beim anfänglichen „Zentralpunkt"-Punk respektvoll lächelnde Miene zum derben Spiel gemacht hatte. Als Kirchenmusikdirektor im Ruhestand ist das ja eigentlich nicht so seins.
Die feiernde Fülle im Löf lag wohl mit daran, dass die Band „Zentralpunkt" schon im Kartenvorverkauf eine vielköpfige Fan-Gemeinde auf die Beine brachte. So blieb auch DJ Jörg Sondern, der zu vorgerückter Stunde nach „Humppa con Panhas" übernahm, noch ausreichend gutgelauntes Publikum.
Den ganzen Abend über sah man Sabine Poppe und Melanie Clemens vom Netzwerk „Kleine Helden" fröhlich tanzen und hopsen. Sie und ihre Mistreitenden haben sonst mit weniger erfreulichen Angelegenheiten zu tun, wenn sie sich um Kinder und Jugendliche kümmern, deren Eltern psychisch oder an Sucht erkrankt sind. „Lassmahören 3" wird ihnen mit seinem überraschend hohen Ertrag die Arbeit erleichtern. Anlass für einen netten Abend? Passt.
Es hätte übrigens alles auch anders kommen können. Denn eineinhalb Tage vor dem Konzert raubte eine saftige Erkältung dem „Humppa"-Sänger die Stimme, was beinahe eine Absage des Auftritts zur Folge gehabt hätte und Guido Dasbachs Nervenkostüm fast zum Zerreißen brachte. Doch dann setzte Besserung beim „Humppa"-Sänger ein (Dasbach ist halt Apotheker...), und alles passierte wie geplant. Und im Ergebnis noch viel besser als erhofft.


















